Unix

Aus Mikiwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammbaum von Unix und Unix-artigen Betriebssystemen

Unix ist ein seit 1969 entwickeltes Mehrbenutzer-Betriebssystem. Ursprünglich wurde es von den Bell Laboratories (später AT&T) zur Unterstützung der Programmierung entwickelt. Die Bezeichnung "Unix" steht inzwischen auch allgemein für Betriebssysteme, die entweder ihren Ursprung im Unix-System der Bell Laboratories haben oder dessen Konzepte implementieren.

Da Unix eine eingetragene Marke der Open Group ist, dürfen nur zertifizierte Systeme den Namen Unix führen. Dennoch werden auch Betriebssysteme, die beispielsweise den Linux-Kernel benutzen, der Unix-Familie zugeordnet. In der Fachliteratur wird Unix üblicherweise als Bezeichnung für unixartige Systeme verwendet, während UNIX (in Grossbuchstaben) zertifizierte Systeme bezeichnet.

Zu all diesen Systemen, die in Unix-Derivate und unixoide Betriebssysteme eingeteilt werden können, zählen etwa die BSD-Systeme, HP-UX (Hewlett-Packard), DG/UX (Data General), AIX (IBM), IRIX (Silicon Graphics), Solaris (Sun Microsystems) und Mac OS X (Apple).

Einige andere Systeme wie GNU, Linux oder QNX sind im historischen Sinne keine Unix-Derivate, da sie nicht auf dem ursprünglichen Unix-Quelltext basieren, sondern separat entwickelt wurden. Sie sind trotzdem unixoide Systeme, da sie die für Unix typischen Betriebssystemfunktionen implementieren. Einen Sonderfall stellt BSD dar, das zwar ursprünglich auf Bell Laboratories-Quelltexten beruhte, seit Mitte der 1990er jedoch vollständig aus Code aus der Community besteht.

Ein Unix-System besteht aus

Zu den am häufigsten genannten Vorteilen von Unix gehören

  • niedrige Kosten
  • hohe Stabilität
  • hohe Sicherheit
  • hohe Verfügbarkeit
  • hohe Skalierbarkeit
  • Portabilität

Geschichte

In den 1960er Jahren arbeiteten Ken Thompson, Dennis Ritchie und Doug McIlroy bei Bell Labs am Projekt Multics. Nachdem sich Bell aus dem Projekt zurückzog, wurde 1969 innert 7 Monaten das Basis-Operating-System programmiert. Dieses System lief auf einer PDP-11 von DEC und wurde 1970 in Unix umbenannt.

Grossfirmen (IBM, Hewlett-Packard, SCO) folgten eher dem kommerziellen UNIX System V, die BSD-Richtung war eher von exotischen Unix-Versionen geprägt. DEC mit Ultrix war die grösste Firma dieses Zweigs und engagierte sich später stark in OSF/1, einem Unix mit Mach-Kernel. Aus dieser Entwicklung stammte True64 von Compaq.

Jahr Betriebssystem Hersteller Anmerkungen
1969 UNICS Bell Laboratories
1970-1975 UNIX V1–V5 Time Sharing System Bell Labs
1973 UNIX V5 ("5th Edition") Bell Labs
1976 UNIX V6 ("6th Edition") Bell Labs
1977 Berkeley Software Distribution / BSD zweite Berkeley Software Distribution
1978 2BSD zweite Berkeley Software Distribution
1979 UNIX V7 ("7th Edition") Bell Labs letzte Version von Bell Labs mit freiem Quellcode
1980 UNIX 32V Portierung der UNIX V7 auf VAX-Rechner
1980 3BSD und 4BSD Berkeley-Portierung auf VAX-Rechner
1981 UNIX System III Bell Labs erste kommerzielle Version von Bell Labs
1982 HP-UX 1.0 Hewlett-Packard Unix basierend auf UNIX
1982 SunOS 1.0 Sun Microsystems Unix basierend auf BSD
1983 Gründung der Free Software Foundation (FSF) bzw. von GNU (GNU's not Unix). Der eigene Kernel "hurd" ist noch immer unveröffentlicht. Der GNU C compiler (gcc) hat dagegen grosse Verbreitung gefunden.
1983 UNIX System V Bell Labs rein kommerziell
1983 Ultrix Digital Equipment Corporation / DEC Unix basierend auf BSD
1983 Sinix Siemens AG Unix
1983 Coherent Mark Williams Company unixoides System
1983 4.2BSD
MIPS basierend auf BSD
Xenix SCO basierend auf UNIX System V
Interactive (gekauft von Sun Microsystems) basierend auf UNIX System V
1984 Carnegie Mellon University Start des Mach-Mikrokernel-Projekts basierend auf BSD
1986 AIX 1.0 IBM Unix basierend auf UNIX System V
1986 A/UX Apple Unix
1987 Minix 1.0 Vrije Universität, Amsterdam Unix-Klon
1988 Irix Silicon Graphics Unix basierend auf UNIX System V
1988 UNIX System V Release 4 (UNIX SVR4) AT&T Neu mit (IP-)Networking, einer grafischen Oberfläche (X11), POSIX-Systemaufrufe, Internationalisierung, einem neuen Dateisystem... SCO, Irix, Solaris (SunOS 5), HP-UX, Tru64, Unixware und AIX beinhalten diese SVR4-Referenz-Implementation. SVR4 besteht aus:
  • UNIX System V (AT&T)
  • SunOS (Sun Microsystems)
  • BSD 4.4 () v. a. Entwicklungstools
  • SCO () v. a. PC-Seite
  • POSIX 1003.1 (Teil von X/Open XPG4)
  • X/Open XPG4; beschreibt Schnittstellen
  • ANSI X3J11 C; ein Compiler
1989 NeXTStep NeXT Unix basierend auf 4.3BSD und Mach-2.5-Kernel
1989 Sorix Siemens AG Unix für Echtzeitanforderungen
1990 OSF/1 Open Software Foundation Unix-Klon basierend auf BSD
1991 4.3BSD Net/2 BSD-Version ohne AT&T-Code, unvollständig
1991 TT/X Atari Unix, kompatibel zu Unix System V Version 4
1991 Linux am Unix-Klon Minix orientiert, grosse Verbreitung
1992 Solaris 2.0 Sun Microsystems
1992 386 BSD Patch für BSD4.3 Net/2 für Intel-Prozessoren
1992 Unixware 1.0 Univel (AT&T / Novell) Unix
1994 4.4BSDEncumbered und 4.4 BSDLite ohne Bell Labs-Code
1994 Freebsd 1.0 basierend auf 4.3 BSD Net/2 (kurz darauf 2.0 auf 4.4BSDLite)
1994 Netbsd 1.0 basierend auf 4.4 BSDLite
1994 Tru64 UNIX Nachfolger von OSF/1
1995 HP-UX 10.00 Hewlett-Packard
1995 Openbsd-Projekt Theo de Raadt ausgehend von Netbsd
1996 AT&T gliedert die Bell Labs in die Firma Lucent Technologies ein.
2000 Darwin Apple basierend auf Mach und 4.4BSD (Mac OS X)
2003 Dragonflybsd-Projekt ausgehend von FreeBSD
2005 Opensolaris Sun Microsystems

Konzepte

Unix-Philosophie ("One job - one program"):

  • Write small pieces connected by clean interfaces.
  • Design programs to communicate easily with other programs.
  • Robustness is the child of transparency and simplicity.
  • Design for simplicity; add complexity only when you must.
  • Design for transparency; spend effort early to save effort later.
  • In interface design, obey the Rule of Least Surprise.
  • Programmers time is expensive; conserev it in preference to machine time.
  • Avoid hand-hacking, write programs to write programs when you can.
  • Use smart data so program logic can be stupid and robust.
  • Prototype, then polish. Get it working before you optimize it.
  • Distrust all claims for "one true way".

Voraussetzungen zum erfolgreichen Betrieb von Unix:

  • Klare Vorstellungen, was man will (Pflichtenheft).
  • Klare Vorstellungen, wie es betrieben werden soll (KnowHow, Administration, Support).
  • Klare Konzepte, wie vorgegangen wird (bei updates, Zusatzsoftware, patches).
  • Sicherheitskonzept - vom einfachen Netzwerkgerät (Drucker, workstation) bis zum Internet, Backup-Strategien, System-Reload.

Weblinks

Herausgeber Sprache Webseitentitel Anmerkungen
country DE.gif Wikipedia ger Unixwbm Enzyklopädischer Artikel
country US.gif Wikipedia eng Unixwbm Enzyklopädischer Artikel