Sina/Biografie

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Ursula Bellwald aus Gampel / VS ist das älteste von vier Geschwistern, ihre Mutter starb, als sie erst sechs Jahre alt war. In den 1970er Jahren sammelte sie erste musikalische Erfahrungen in einem Kinder-, Jugend- und Gospelchor und erhielt gleichzeitig auch Gitarrenunterricht. In den 1980er Jahren machte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau.

Als 17-jährige gewann sie 1983 das vom Wallis-Rock-Pionier Michel Villa organisierte "Walliser Schlagerfestival" - sie begleitete sich damals auf der Gitarre zu "House of the Rising Sun" und wurde später zum Aushängeschild der Walliser Gruppe Clear Darkness. Lange wohnte sie in Genf, zog dann aber nach Zürich, wo sie das Sekretariat von Raymond Fein übernahm. Ab 1991 nannte sie sich Sina Campell ("Campell" aufgrund ihres Wohnortes "Gampel") und sang fröhliche aber erfolglose Schlager, darunter "Rote Rosen" oder "Ein Herz steht in Flammen". Es folgten Konzerte im In- und Ausland sowie Hauptrollen in den Musicals Annie get your gun und Jesus Christ Superstar. Von 1993-1996 moderierte sie beim Schweizer Radio DRS 1 die Nachtschicht. Zur selben Zeit nahm sie auch vier Jahre klassischen Einzelunterricht in Zürich, drei Jahre Einzelunterricht an der Jazzschule in Zürich sowie drei Jahre Einzelunterricht für Pop, Rock und Improvisationen in Zürich. Dazu besuchte sie mehrere Pop- und Rockworkshops im In- und Ausland. In dieser Zeit beschloss sie, auf "Wallisertiisch" zu singen.

Zusammen mit ihrem Freund Beat Zengaffinen schrieb Sina einige Lieder und sprach unter anderem bei der Plattenfirma Musikvertrieb vor, das sie für ihr erstes Album Sina (1994) unter Vertrag nahm, das Platz 7 in der Schweizer Hitparade erreichen konnte. Bereits im November 1994 erhielt Sina eine Gold-Auszeichnung für 25'000 verkaufte Alben. Gleichzeitig ging sie mit ihrer Band - Dominik Rüegg (Gitarre), Renato Müller (Gitarre), Boots Stiefel (Bass), Dany Kuhn (Keyboards) und André Ledergerber (Schlagzeug) - auf grosse Schweizer Club-Tournee.

Das zweite Album Wiiblich (1995) wurde mit H. P. Brüggemann (Tasten), Thomas Fessler (Gitarre), Remo Kessler (Gitarren), Markus Kühne (Perkussion, Saxophon), Thomas Wild (Schlagzeug) und Mauro Zompicchiatti (Bass) aufgenommen. Als Gäste mit dabei waren unter anderen Peter Keiser (Bass), Walter Keiser (Schlagzeug), Felix Müller (Bass) und Dominik Rüegg (Gitarren). Produziert wurde die Platte vom Produzenten-Team "Mr. Jim" (Kühne, Kessler, Brüggemann, Fessler und Eric Merz). Neben einigen wenigen Texten von Sina enthält die Platte mit "Äs git kei Kur gägs d'Liäbi" eine Coverversion des Lieds "Ain't no cure for love" von Leonard Cohen sowie mit "Fär ds Franz-Josi" ein Coverversion von Bobby Gentrys "Ode to Billie Joe", beide bearbeitet von Polo Hofer. Die anderen Lieder wurden von Mitgliedern der SchmetterBand geschrieben. Mit dem Album erreichte Sina erstmals Platz 1 der Schweizer Hitparade. Dies bescherte ihr nicht nur eine Goldene Schallplatte, sondern auch Platin-Auszeichnungen für ihre beiden ersten Alben. Die zugehörige "Wiiblich-Tour" umfasste etwa 70 Konzerte. 1996 wurde ihr der erste "Prix Walo" als "erfolgreichste Sängerin in der Sparte Pop im Jahr 1995" verliehen.

Sina etwa 1997
Das dritte Album Häx odär heilig (1997) wurde wiederum vom bewährten Produzententeam Markus Kühne, H. P. Brüggemann, Remo Kessler und Thomas Fessler produziert und enthält neben dem Lied "Fiirvogl" im Lötschentaler Dialekt unter anderem das neu arrangierte Trinklied "Amis buvons" aus dem 16. Jahrhundert. Auf "Gradüs" sang zudem Michael von der Heide mit. Als Tonmeister fungierte einmal mehr Eric Merz. Die Platte erreichte in der Schweizer Hitparade zwar nur Platz 7, erhielt aber dennoch eine Gold-Auszeichnung. Darauf folgte eine einjährige Schweizer Tournee. Zur Bewerbung des Albums ging Sina sogar auf eine kleine Deutschland-Tournee und veröffentlichte dort auch die CD Sina (1997), die allerdings wie Blei in den Regalen hängenblieb und in der Schweiz nur über Import erhältlich ist. Sie enthält zehn bereits bekannte Lieder auf Hochdeutsch, dazu das unveröffentlichte "Lass meine Seele los" sowie zwei Lieder auf Walliserdeutsch.

Am 5. Juni 1997 sangen Sina, Vera Kaa, Sandra Studer und Maja Brunner als Swiss Sisters in der Fernsehsendung "Takito". Anschliessend sangen sie mit der Boygroup N'Sync die Hippie-Hymne "Let the sunshine in".

Das vierte Album 4 (1999) konnte Platz 5 der Schweizer Hitparade erreichen und erhielt wiederum eine Gold-Auszeichnung. Die zugehörige Tournee "4" umfasste 80 Konzerte in der Schweiz. Ebenfalls 1999 nahm sie auch ihre beiden Duette mit Polo Hofer auf, "Där Papa isch äs Chorbi gsi" (eine schweizerdeutsche Fassung von "Papa was a rolling stone" der Temptations) und "Wenn es nötig wär". Höhepunkt der Tournee war der Luginbühl-Silvester 1999 auf dem Gurten. In dieselbe Zeit fällt ein Crossover-Projekt mit der Oberwalliser Gruppe Spillit, die volkstümliche Musik spielen.

2000 gab es weitere Crossover-Projekte, diesmal mit Alpine Experience im Bereich Jazz. Der Song "Puppiliächt" mit Sina und den bulgarischen Stimmen, erschien auf der Kompilation Atlas, ein Projekt des Filmkomponisten Alex Kirschner, das mit dem SUISA-Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde. Sie arbeitete am Schauspielhaus Bochum im Stück "Helges Leben" von Sibylle Berg, dessen musikalische Leitung sie mit Erika Stucky gemeinsam wahrnahm: Während mehrerer Monate im Herbst 2000 spielte sie die Rolle "Frau Tod", Erika Stucky "Frau Gott". 2001 wurde Sina mit dem Prix Walo 2000 in der Sparte Singer/Songwriter ausgezeichnet.

Das fünfte Album Marzipan (2001) erreichte Platz 2 in der Schweizer Hitparade und wurde mit Gold ausgezeichnet. Von August bis Dezember 2001 gab sie 40 Konzerte. 2002 komponierte sie für die Eröffnungsfeier der Expo in Biel in Zusammenarbeit mit ihrem späteren Mann Markus Kühne. Sie hatte die Rolle der schwarzen Pantherin bei der Eröffnungsfeier. Im selben Jahr erschien auch ihr Album Bescht of Sina (2002) und es folgten Konzerte bis September 2002 in der Schweiz. Mit einer chinesischen Band nahm sie an einem Kulturaustausch teil; so gab sie im September 2002 auch in China Konzerte. Bei den Davoser Musiktagen wirkte sie bei einem Konzert mit einer rumänischen Romaband mit.

2003 erschienen "Toluheischis Vorläbu", vertonte Super-8-Filme mit Konzertcharakter. Tourneen im In- und Ausland mit Erika Stucky sowie das Album Goldigi Öigä im Duett mit Erika Stucky folgten. Zudem nahm sie das Lied "Där Pulli biisst" für die Kinderplatte Ohrewürm 4 (2003) auf. 2004 gingen sie Erika Stucky mit "Toluheischis Vorläbu" auf Tournee ins In- und Ausland. Im selben jahr heiratet sie Markus Kühne.

Sina etwa 2005
Das siebte Album Alltag (2005) erreichte erneut Platz 2 der Schweizer Hitparade und war von einer einjährige Konzerttournee durch die Schweiz gefolgt. Im selben Jahr schrieb Sina für den schweizerisch-österreichischen Kinofilm Snow White das Lied "Mein wunderschönes Leben".

2007 wirkte sie auf dem Album Buebetröim des Swiss Jazz Orchestra mit; mehrere Konzerte mit dem Swiss Jazz Orchestra and Friends (Büne Huber, Kuno Lauener, Polo Hofer, Freda Goodlett, Philipp Fankhauser, Hendrix Ackle, Schmidi Schmidhauser) folgten. Im selben Jahr wirkte sie auch im Film Heimatklänge von Stefan Schwietert mit.

Auch ihr achtes Album In Wolkä fische (2008) erreichte wieder Platz 2 der Schweizer Hitparade und erreichte Gold-Status. Als Produzenten wirkten wiederum Thomas Fessler und Markus Kühne, während Kühne, der Gitarrist Pele Loriano und Adrian Stern an den Liedern mitschrieben. Die erste Single aus dem Album war Wänn nit jetzt wänn dä, die in der Schweiz Platz 25 erreichte. Das Lied wurde während der Fussball-Europameisterschaft "Euro 08" von der Sportsendung "EK Studio Sportzomer" auf NOS als Titelmelodie verwendet, woraufhin das Album In Wolkä fische in den Niederlanden bei PIAS (Play It Again Sam) erschien - die Single Wänn nit jetzt wänn dä erreichte dabei Platz 53 der niederländischen Hitparade.