Harald Juhnke/Biografie/1998

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Der Stern Nr. 8 / 98 meldet, Harald Juhnke sei im Hamburger Luxushotel "Louis C. Jacob" aufgetreten. Weil die 125 Gäste mit ihrem Viel-Gänge-Menü noch nicht fertig sind, muss Harald mit seiner 45-Minuten-Show warten. Nach dem Auftritt lässt der Gastgeber ein grosses Kaviar-Büfett auffahren und gegen zwei Uhr morgens vergnügen sich zwei weibliche Gäste oben ohne auf der Tanzfläche. Juhnke erfährt erst durch den Stern, bei wem er für rund 50'000 Mark Honorar gesungen hat: Andreas Metzler, ehemaliger Chemielaborant, feierte seinen 30. Geburtstag. Metzler gilt als der Gründer des berüchtigten Ketten-Spiels "Titan" und verdiente damit schätzungsweise 90 Millionen Mark. Juhnkes Manager Peter Wolf: "Wir wurden von einer Dr. Krüger Forschung GmbH aus Stade gebucht." Die Firma - Geschäftsführer ist Metzlers ehemaliger Chauffeur - steuert den "Titan"-Nachfolger "Tip mit".

Harald Juhnke feiert 1998 sein 50jähriges Bühnenjubiläum und erhält im Oktober den "Ehrenlöwen 1998" für herausragende Verdienste im deutschen Fernsehen.

Januar 1998

  • 13. Januar: Gemäss BZ spielt Harald Juhnke ab März 1998 in Curt Goetz' Zauberposse "Hokuspokus" im Berliner Theater am Kurfürstendamm.
  • 19. Januar: Die Berliner Zeitung meldet, die in der Dominikanischen Republik gedrehte Fernsehserie "Klinik unter Palmen" starte in eine neue Runde. Als Hauptdarsteller wieder mit dabei sind Klausjürgen Wussow und Harald Juhnke.
  • 20. Januar: Die Berliner Zeitung meldet, Harald Juhnke drehe derzeit für die ARD das Weihnachtsmärchen "Letzte Chance für Harry", das Ende 1998 ausgestrahlt werden soll. Das Leben eines Obdachlosen und Alkoholikers (Juhnke) und eines Millionärs (Günther Pfitzmann) werden darin durcheinandergewirbelt. Die Gefahr, das Image des ewigen Trinkers nicht mehr loszuwerden, halte Juhnke aber nicht davon ab, immer wieder Rollen von Gestrandeten zu übernehmen. "Ich bin genauso wie Götz George", sagt er, "der hat auch einen Kindermörder gespielt. Als Schauspieler muss ich alles darstellen können. Und das mit dem Alkohol ­ das gehört schliesslich zu meinem Leben." Als "Ur-Berliner" glaubt er den Kontakt zur Bevölkerung nicht verloren zu haben. "In der U-Bahn kann ich mich aber nicht sehen lassen", berichtet er. Schon wenn er über die Strasse gehe, fassten ihn Menschen am Arm und sagten: Herr Juhnke, Sie dürfen nicht sterben und trinken dürfen Sie nicht soviel. Wir brauchen Sie noch lange." Ausserdem sorgt sich Juhnke um die Arbeitslosigkeit in Deutschland. "Das ist zur Zeit die wichtigste Aufgabe für Politiker", sagt er. Immer wieder hat sich der Volksmime mit Volksvertretern gezeigt. Sein politisches Engagement richtet er aber nicht nach Parteien, sondern Personen. "Mir geht es darum, was die leisten", erklärt er. So kam es, dass er mal Helmut Schmidt, mal Franz-Josef Strauss, mal Eberhard Diepgen öffentlich unterstützte. 1998 hält er Gerhard Schröder für den Mann der Stunde. "Dem würde ich es zutrauen, dass er es schafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen", sagt Juhnke. Aber auch er will etwas tun. "Meine Agentur und mein Sender sind dabei, eine Gala für Arbeitslose vorzubereiten, damit die Leute ein bisschen rausgeholt werden aus ihrer Tristesse", kündigt er an.
  • 26. Januar: Erstausstrahlung des neuen Werbespots von Harald Juhnke. Harald Juhnke und "Miss Germany" Sandra Suppa (oder Susan Stahnke?) bewerben den "Wasser-Maxx" (149,90 Mark), ein Haushalts-Gerät zur Trinkwasser-Aufbereitung. Für die Blubber-Blasen kokettiert Juhnke auch wieder mit seinen Trinkgewohnheiten: "Man müsste aus Wasser Wein machen können. Kann ich leider nicht, vielleicht auch besser so. Aber ich kann aus Leitungswasser sprudelndes Wasser machen! Da fühl·n wir uns beede sprudelwohl, wa! Ist doch·n Klacks mit Wasser-Maxx." Dazu behauptet er "Deutsches Leitungswasser hat eine hervorragende Qualität!" und bringt das ultimative Argument: "Nie wieder Wasserkisten schleppen!" Unbekannt ist die Gage, die Juhnke für seinen Werbeeinsatz bekommt, der bis Ende des Jahres geplant ist. Drei Millionen Geräte sollen den Hausfrauen dieses Landes verkauft werden.
     Für das Jahr seines 50. Bühnenjubiläums hat sich Juhnke ausserdem noch einiges mehr vorgenommen: "Eine neue Doppel-CD, eine neue Show, ein neues Theaterstück und neue Filme." Derzeit werde an einem Drehbuch für eine Neu-Fassung von Gerhart Hauptmanns Drama "Vor Sonnenuntergang" (die Liebe eines Mädchens zu einem alten Mann) gearbeitet. Juhnke: "Als Partnerin ist Katja Riemann im Gespräch." Auch sein Lieblingsfilmprojekt mag Juhnke nicht aus den Augen verlieren: eine Neuverfilmung der Geschichte von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" wird weiter vorbereitet.
  • 27. Januar: Harald Juhnke beginnt an Jürgen Wölffers Theater am Kurfürstendamm mit den Proben zu Curt Goetz' Stück "Hokuspokus". Ab 10. März soll er dort den Verteidiger Peer Bille spielen. Juhnke: "Curth Goetz wollte gar nicht, dass andere seine Rollen spielen. Aber seine Witwe, die ich in den 70er Jahren kennenlernen durfte, sagte damals mal: Wenn ein anderer Hokuspokus spielen soll, dann der Juhnke." Theaterdirektor Wölffer ist übrigens ein alter Freund - Juhnke versteckte sich bei so manchem seiner Abstürze in dessen Gästewohnung...

Februar 1998

  • 20. Februar: Die Berliner Zeitung meldet, nachdem bereits Harald Juhnke aus den Proben zu Hokuspokus ausgestiegen sei, habe nun auch Ersatzmann Heinz Drache wegen Unstimmigkeiten mit dem Ensemble das Handtuch geworfen. Theaterdirektor Jürgen Wölffer habe daraufhin entschieden, das Stück vom Spielplan zu nehmen.

März 1998

  • Anfang März: In Berlin hat Terry Johnsons Dead funny oder Willkommen im Club (uraufgeführt 1994 in London) Premiere. Darin wird behauptet, Harald Juhnke sei tot. Ein Attentat im Interconti. "Gott lacht gern. Deshalb holt er die Besten zu sich." Sein Tod spaltet den Verein "Zum Totlachen e.V." in zwei Gruppen, die getrennt "dem Harald" zu Ehren ein Fest feiern. Besonders lustig soll das Ganze allerdings nicht sein.
  • 12. März: Die Berliner Zeitung betitelt ihren Vorabkommentar zu Juhnkes neuem Buch mit "Juhnke kann mit sich nichts anfangen". Juhnke sehe sich manchmal als einen "müden Mann, der mit sich privat wenig anzufangen weiss auf deprimierende Weise wenig anzufangen weiss". Seine offenen Bekenntnisse in dem Buch ("mein Testament") verstehe Juhnke auch als "vielleicht unbeholfene" Liebeserklärung aus Kummer. "Aus dem Kummer darüber, dass ich so oft allein zu Hause bin", sagt Juhnke. Aus dem Sophokles-Drama "Antigone" zitiert er König Kreon mit den Worten: "Man ist immer allein, und die Welt ist leer und nackt." Für ihn sei diese kalte Botschaft leider nicht nur Kunst auf dem Papier, sagt Juhnke. "Ich spüre sie an einsamen Abenden vielmehr so frierend, als wäre sie meine Haut." An solchen Abenden löscht Juhnke im ganzen Haus das Licht, zündet überall Kerzen an, steckt sich eine seiner geliebten Zigarren an und hört Musik Frank Sinatra und Johannes Brahms.
  • 25. März: Harald Juhnke wird auf Stern-TV auf RTL von Günther Jauch zu seinem neuen Buch interviewt.
  • 27. März: Harald Juhnkes neues Buch Meine sieben Leben kommt mit einer Erstauflage von 100'000 Exemplaren in die Buchläden.
  • 28. März: Die Berliner Zeitung behauptet, Juhnkes Autobiographie sei bislang kaum gefragt. "Die Leute waren zwar neugierig, aber wir haben nur vier von zehn ausgelegten Exemplaren verkauft", sagt Martin Setzce von der Buchhandlung Hugendubel an der Gedächtniskirche. Ein Verkäufer der Universitätsbuchhandlung am Alex hat für das geringe Interesse nur eine Erklärung: "Es gibt schon eine Biographie von Juhnke." Rüdiger Schaper hatte bereits 1997 Zwischen Glamour und Gosse herausgebracht. Beim Rowohlt Verlag in Reinbek rechnet man trotzdem damit, dass die Erstauflage bald ausverkauft ist und nachgedruckt werden mus.

April 1998

  • 8. April: Harald Juhnke liest ab 19 Uhr im Saal der Berliner Zeitung eines der Schlüssel-Kapitel aus seinem neuen Buch vor. Die einigen hundert Eintrittskarten wurden von der BZ und dem Kaufhof am Alexanderplatz an Interessierte verschenkt. "Eigentlich bin ich ganz anders," sagt Juhnke, "nur komme ich so selten dazu." - "Vergessen Sie alles, was Sie bisher über mich gelesen haben", mahnt er seine Fan-Gemeinde. Die Wahrheit stehe im Buch, in seinem "Testament". Nach Aussage des Rowohlt-Verlages verkauft sich das Buch "wie geschnitten Brot".

"Dirty Harry" schont sich nicht, und die Juhnke-Gemeinde hält ihm dabei die Hand. "Ich bedanke mich für die Gänsehaut, die Sie mir verschafft haben", schwelgt ein Radio-Reporter an diesem Abend ins Mikrofon.

  • 14. April: Zwischen 17 und 18 Uhr signiert Harald Juhnke in der Buchhandlung Hugendubel an der Gedächtniskirche seine Biographie Meine sieben Leben.
  • 29. April: Die Berliner Zeitung meldet, Juhnkes Leben werde auf der Grundlage seiner Autobiographie Meine sieben Leben verfilmt. Juhnke werde dabei selbst den "alten" Juhnke spielen. Für den "jungen" Juhnke werde noch ein Darsteller gesucht. Die Drehrabeiten sollen im März 1999 beginnen. Juhnkes Im März 1999 sollen die Dreharbeiten beginnen. Juhnkes Buch verkaufte sich in vier Wochen in Deutschland, Österreich und der Schweiz knapp 100'000mal.

Mai 1998

  • 27. Mai: Der 25jährige Oliver Marlon Han-Yue Juhnke muss wegen versuchter Körperverletzung, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Strassenverkehrwegen vor dem Amtsrichter erscheinen. Verhandelt wird ein Zwischenfall auf einer Baustelle auf dem ehemaligen DDR-Fernsehgelände in Adlershof im Dezember 1995. Mit einem Freund, er organisiert jeden Monat Parties für die Schönen und Reichen und die, die sich dafür halten, sass Oliver Juhnke damals im schwarzen Jeep. Sie hätten auf dem Gelände nur ein paar Runden mit höchstens 40 Kilometern pro Stunde gedreht", sagt er. "Um das Schleuderverhalten des Jeeps zu testen". Mit Vollgas soll er auf einen Arbeiter zugerast sein. Der habe sich nur durch einen Hechtsprung retten können. Erst Tieflader und Bagger hätten Juhnkes Auto stoppen können. Plötzlich seien sie umzingelt worden, von mehreren Bauarbeitern und Baufahrzeugen, sagt dagegen Juhnke. "Einer von ihnen hat uns mit einer Eisenstange in Schach gehalten." Oliver vermutet: "Die Arbeiter fühlten sich wohl nicht respektiert." Die Zeugen werden erst in der kommenden Woche gehört. Einer der Arbeiter ist gerade im Urlaub.
     Oliver lebt übrigens noch immer vom Geld seiner Eltern und hat keinen Ausbildungsabschluss. Dafür ist er inzwischen Geschäftsführer einer eigenen Filmgesellschaft, wie er vor Gericht angibt. Als er noch eine Fahrerlaubnis besass, hatte er den seit Jahren führerscheinlosen Papa oft durch die Gegend gefahren.

Juni 1998

  • 10. Juni: Vor Gericht wird Oliver Juhnke von einem Baggerfahrer belastet. Er habe auf der Baustelle "wilde Sau" gespielt, war sich der Baggerfahrer ganz sicher. Er hatte die Geländefahrt von einem Bauschutthaufen aus beobachtet. "Ich sah, wie mein Kollege wegsprang. Der Jeep tauchte hinter ihm auf." Wäre er nicht gesprungen, so der Zeuge, "hätte es ihn voll erwischt." Dann sei das Auto dem Kollegen noch gegen die Knie "gestottert". Juhnke junior hatte dagegen behauptet, niemanden gesehen und schon gar nicht gefährdet zu haben.
  • 19. Juni: Das Berliner Verkehrsgericht verurteilt Oliver Juhnke wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Ausserdem muss er je 1'000 Mark für eine Einrichtung für Krebskranke sowie einen Senioren-Hilfsdienst zahlen. "Von Geldstrafen haben Sie sich offensichtlich nicht hinreichend beeindrucken lassen", schlussfolgerte Verkehrsrichter Christian Scholz in Anbetracht des Vorstrafenregisters von Juhnke junior. Im März 1996 musste er bereits einmal 1'200 Mark wegen Fahrens ohne Führerschein bezahlen. Im September 1996 dann die doppelte Summe: wegen fahrlässiger Gefährdung des Strassenverkehrs in Folge von Alkohol. Nur kurze Zeit später, im November und Dezember, wurde er wieder beim Fahren ohne Papiere erwischt. "Dreister geht es wohl nicht mehr", so Richter Scholz. Juhnkes Punkteregister in Flensburg ist nicht gerade mager. Scholz kommentierte es mit "ei jei jei jei". Den Führerschein ist Juhnke seit 1996 los. Für ihn war dies offenbar die schlimmste Strafe. "Wenn man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen muss, merkt man erst, was einem fehlt". In der Anklageschrift war neben dem Vorwurf des Fahrens ohne Führerschein ursprünglich auch von versuchter Körperverletzung und Nötigung die Rede. Diese Vorwürfe liess das Gericht aber am vierten Verhandlungstag fallen. Die Zeugenaussage eines Baggerfahrers hatte nach Ansicht des Richters ergeben, dass Juhnke den Arbeiter nicht vorsätzlich gefährdete. Wegen eines Bauschutthaufens habe Juhnke nicht den Arbeiter und der Arbeiter nicht den Jeep sehen können. Der Mann selbst konnte nicht als Zeuge gehört werden. Er ist unbekannt verzogen. Nach diesem Urteil kann Oliver Juhnke seinen Führerschein neu beantragen und die Fahrprüfung wiederholen. Eine Sperre verhängte der Richter nicht. Die Beurteilung, ob Juhnke künftig "verkehrstauglich" ist, will er den Psychologen überlassen - bevor der 25jährige also wieder hinter ein Steuer darf, müsste er zum "Idiotentest".
     Sichtlich zerknirscht verlässt Juhnke den Saal.

Juli 1998

  • 4. Juli: Harald Juhnke präsentiert um 14 Uhr in den Gropiuspassagen, Johannisthaler Chaussee 309 in Neukölln seine neue Platte HIS WAY (JUHNKE SINGT SINATRA).
  • 18. Juli: Harald Juhnke tritt in der deutschen Fernsehsendung Musik für Millionen (NDR) auf. Mit dabei sind Roger Whittaker, Patrick Lindner, Gaby Albrecht, Rex Gildo und viele andere. Präsentiert wird die Sendung von Susan Stahnke.

August 1998

  • 4. August: Harald Juhnke beginnt in Berlin unter der Regie von Autor Jürgen Kaizik die Dreharbeiten für den Fernsehfilm "Einsteins Ende", der die Geschichte der drei DDR-Wissenschaftler Halow (Juhnke), Pavel (Otto Sander) und Schmetterer (Rolf Becker) erzählt, die kurz vor der Wende eine bahnbrechende Entdeckung in der Teilchenforschung machen. Wohl wissend, dass ihre Ergebnisse in den Händen der Rüstungsindustrie das Ende der Welt bedeuten könnten, beschliessen sie, ihren Fund geheimzuhalten. Zehn Jahre lang hüten sie ihr Geheimnis, bis eines Tages Joe auftaucht und unbequeme Fragen stellt. Es beginnt eine skrupellose Jagd.
     Drehorte für den 2 Millionen Mark teuren Film sind unter anderem das Künstlerhaus Tacheles, die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park (wo Albert Einstein einst seine Relativitätstheorie vorstellte) und Hakenberg bei Neuruppin. Mit vor der Kamera stehen Anna Thalbach und Sophie von Kessel. Die Musik kommt von Kralle Krawinkel (ex-Trio). Einstein ist in diesem Film übrigens ein Hund. "Eine Promenadenmischung", sagt Frank Duske von der Produktionsfirma MPN-Studios, "das passt am besten zu Juhnke." Bis Anfang September sind 22 Drehtage eingeplant. Wo der Film gesendet wird, ist noch nicht bekannt.
  • 5. August: Am zweiten Drehtag für Einsteins Ende steht Juhnke den Journalisten im Künstlerhaus Tacheles Red und Antwort. Er versteht die Fragen nach seiner Gesundheit nicht: "Alle tun so, als wäre ich gestern umgefallen, dabei ist die Geschichte schon ein Jahr her." Jetzt ist er wieder voll im Geschäft. "Bis April 99 bin ich ausgebucht."
     Zum Film sagt er: "Ich spiele einen Atomphysiker, der vom Ehrgeiz zerfressen wird. Viele Wissenschaftler haben ihre Menschlichkeit vergessen und denken nur noch in Formeln. Das wird in dem Film auf den Arm genommen. Solche Charakterrollen wie die hier kann ich noch mindestens zehn Jahre lang bedienen. Es ist albern, wenn Schauspieler in meinem Alter immer noch den Liebhaber spielen." Ausserdem habe er in Physik und Chemie in der Schule immer eine Eins gehabt, sagt Juhnke. Auch in Mathematik. "Das glaubt mir nur keiner." An den Namensgeber des Thrillers, seinen Filmhund Einstein, eine kleine Promenadenmischung, die eigentlich Fips heisst, hat sich Juhnke schon fast gewöhnt. "Der zuckt immer so komisch, wenn ich in seiner Nähe bin", sagt er. "Eigentlich mag ich Katzen lieber."
  • 29. August: An der Eröffnung des erweiterten und renovierten Casino Berlin in der 37. Etage des Forum Hotels am Alexanderplatz bringt Harald Juhnke gegen 0 Uhr die goldene Roulettekugel ins Rollen. Seine bisherigen Roulette-Erfahrungen: "Ich habe am Anfang mal 30'000 Mark gewonnen und gedacht, das geht immer so weiter. Und plötzlich waren 60'000 futsch." Er spielt jetzt nur noch Skat.
  • 31. August: Die Berliner Zeitung meldet, Harald Juhnke werde am 3. Oktober in Berlin Preisträger des RTL-Fernsehpreises "Goldener Löwe" sein. Er erhalte den "Ehren-Löwen" für sein Lebenswerk.
    &esmp;Abends wird bei der Cabaret-Gala in der Kalkscheune in Berlin für die Berliner Aids-Hilfe gesammelt. An der grossen Tombola wird u. a. ein Original-Hut von Harald Juhnke verlost.

September 1998

  • 10. September: Zur Verleihung des Grossen Verdienstkreuzes mit Stern im Berliner Schloss Bellevue durch Bundespräsident Roman Herzog an den amerikanischen Regisseur Steven Spielberg sind 550 Gäste geladen, darunter der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, Harald Juhnke, Volker Schlöndorff und der US-Botschafter John Kornblum.
  • 24. September: In der letzten Talk-im-Turm-Sendung mit Erich Böhme im Berliner Hotel Interconti sind auch Harald Juhnke und ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geissler zu Gast, während Harald Schmidt und Klaus Maria Brandauer entschuldigt werden. Zum Schluss fassen Geissler und Juhnke den Abend zusammen. "Wenn die Katze ein Pferd wäre, könnte man die Bäume hochreiten", sagt Geissler. "Welche Katze?", fragt Juhnke.

Oktober 1998

  • 3. Oktober: An der Verleihung des RTL-Fernsehpreises "Der Goldene Löwe" im Berliner Theater des Westens erhält Harald Juhnke den "Ehrenlöwen" für sein Lebenswerk. Später trinkt er Mineralwasser, hält mit Michael Stichs Gattin Jessica Händchen und legt mit ihr eine flotte Sohle aufs Parkett. Anschliessend singt er mit ihr im Arm die Lieder "Berlin, Berlin" und "My way". Der Saal tobt. Unter den Gästen sind Jasmin "Blümchen" Wagner, Frank Elstner, Harald Schmidt, Verona Feldbusch, Henry Maske, Dirk Bach, Rudi Carrell, Karl Dall, Renan Demirkan und Heiner Lauterbach.
  • 6. Oktober: Harald Juhnke ist in der Fernsehserie Der Clown zu sehen. In der Doppelfolge "In der Zange" spielt er den kauzigen Weltkriegsveteranen Opa Kurz, der dem Clown hilft, eine Bankräuberbande zur Strecke zu bringen.
  • 29. Oktober: Im Berliner Hotel Adlon nimmt Harald Juhnke sein erstes Weihnachtsmenü des Jahres ein. Vor dem Kürbissamtsüppchen und der Hafermastgans plaudert er über seinen Beitrag zum ARD-Weihnachtsprogramm. Der heisst "Letzte Chance für Harry" und läuft am 23. Dezember 1998. Der Drehort Wien hat für den Berliner Schauspieler einen ganz besonderen Charme: "Ich muss dort viel weniger Steuern zahlen. Und das schönste daran - das ist völlig legal!"
     Unterdessen amüsiert sich Susanne Juhnke auf Einladung der Modefirma Bulgari im Schlosshotel Vier Jahreszeiten bei Gesang und Tanz von Künstlern der Deutschen Oper und italienischen Köstlichkeiten aus der Küche des vielgelobten Markus Semmler.

November 1998

  • 9. November: Harald Juhnke feiert mit einer Gala-Vorstellung im Maxim Gorki Theater sein 50jähriges Bühnenjubiläum. Als 19jähriger hatte er am 9. November 1948 im damaligen "Haus der Kultur der Sowjetunion" im Ostteil Berlins, dem heutigen Maxim Gorki Theater, in dem russischen Stück "Ljubow Jarowaja" die Rolle eines jungen Offiziers gespielt.
     Zum Jubiläum sind rund 400 Gäste gekommen, Schauspielerkollegen und Journalisten, darunter Sabine Christiansen, Katharina Thalbach, Brigitte Grothum, Günter Pfitzmann und auch Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe. "Bei mir ist es ja ständig nach oben gegangen was die Leistung betraf", lobt sich Juhnke selbst vor der grossen Party und freut sich besonders auf die Filmdokumentation "Vorhang auf Applaus". In dem ihm zu Ehren von Irmgard von zur Mühlen gedrehten Streifen äussern sich "die Theaterkönige" (O-Ton Juhnke) Will Quadflieg und der kürzlich verstorbene Bernhard Minetti über ihn. "Und darauf", so der Gefeierte, "kann man wirklich stolz sein." Jetzt ist alles gut, glaubt Harry, und: "Ich fühl mich fabelhaft." Mit Katharina Thalbach will er Richard III. inszenieren, und für seinen Abgang - aber erst in zehn Jahren - schwebt ihm der König Lear vor. "Auf der Bühne sterben und basta. Danach kann einfach nichts mehr kommen."
     Nebenan im Palais am Festungsgraben speist der Jubilar danach noch mit Freunden bis tief in die Nacht. Filmproduzent Artur "Atze" Brauner ist dabei ein wenig enttäuscht, dass Juhnke nicht noch zwei oder drei von seinen Hits als Krönung der Feierlichkeiten zum Besten gibt. SFB-Intendant Horst Schättle erteilt zur Feier des Abends Absolution für so manche Zitterpartie während der früheren Abstürze Juhnkes: "Nur uninteressante Leute kosten einen keine Nerven." Für den Schauspieler und Entertainer gelte eben: "Der Schwächling hat keine Schwächen, Schwächen sind Züge der Starken." Neben der Schauspielerin Tilly Lauenstein (Juhnkes erster Bühnenpartnerin vor 50 Jahren), Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe und Eberhard Diepgen Sind beim nächtlichen Essen mit dabei: Regisseur Frank Beyer, der designierte Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner, Hertha-Präsident und Mercedes-Manager Walter Müller, Moderatorin Carmen Nebel, Schauspieler Günter Pfitzmann, Prof. Franz Müller-Spahn (Chefarzt Klinikum Basel), Filmproduzent Wolfgang Rademann, Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach, Schauspieler Jaecki Schwarz, Schauspielerin Barbara Schöne und der SAT-1-Chef Fred Kogel.
  • 10. November: Ab acht Uhr steht Harald Juhnke für die Gaunerkomödie Die Buggy-Bande (ARD) vor der Kamera.
  • 21. November: An der inzwischen fünften Operngala in der Deutschen Oper nehmen etwa 2'000 Gäste teil. Die rund 750'000 Mark gehen an die AIDS-Hilfe. Unter den Gästen der von Irina Pabst, David Goldberg, Alard von Rohr und Alfred Weiss initiierten Veranstaltung: Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Modedesignerin Vivienne Westwood, Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe, Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer, Harald Juhnke und Roberto Blanco.

Dezember 1998

  • 5. Dezember: Harald Juhnke ist zu Gast in Thomas Gottschalks Fernsehsendung Wetten, dass...? (ZDF).
  • 15. Dezember: Der Fernsehproduzent und Medien-Kontor-Chef Theo Baltz feiert in der "Bar jeder Vernunft" sein 20jähriges Jubiläum. Unter den Gästen sind Sabine Christiansen ("Ich bin heute nur Frau Baltz"), Mark Wössner (der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann), Ulrich Deppendorf (Chef des ARD-Hauptstadtstudios) und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Nach dem Shanty-Chor Berlin sang Jocelyn B. Smith, die sich zur Verstärkung Harald Juhnke auf die Bühne holte.
  • 21. Dezember: Eine Silvestergala in Wien mit Harald Juhnke wird von den Veranstaltern "aus organisatorischen Gründen" abgesagt. Spekulationen über den Gesundheitszustand des 69jährigen tritt Manager Peter Wolf in Berlin jedoch energisch entgegen. Mit Juhnke sei alles in Ordnung, sagt Wolf. Er stehe wie geplant beim Neujahrskonzert am 1. Januar in Seefeld auf der Bühne.