Ed Sanders

Aus Mikiwiki
Version vom 13. Februar 2010, 23:33 Uhr von Michi (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Plakat zu Ed Sanders' 65. Geburtstag vom Bowery Poetry Club

country US.gif US-amerikanischer Dichter, Sänger und Aktivist

geboren 17. August 1939 in Kansas City (Missouri, USA) als Edward Sanders

Bibliografie Diskografie Weblinks

1957 las Ed Sanders erstmals Allen Ginsberg's Howl and other poems und begann das Gedicht jedem vorzulesen, der ihm zuhörte. Ermahnungen der Lehrerschaft, von solch "verabscheuungswürdigem Geschreibe eines Schwulen" fernzubleiben, ignorierte er. Noch bevor das Jahr zuende war, wurde er von der Schule ausgeschlossen, da er nicht aufhörte "Schmutz" auf's Schulgelände mitzubringen. Nach dem Abschluss der High School betrank er sich mit einem Freund und nahm dann Abschied: "Ich gehe nach New York, um Dichter zu werden." 1958 brach er sein Studium in Missouri ab und trampte nach New York, wo er in die Underground-Szene von Greenwich Village eintauchte. Später wurde er gelegentlich als die Brücke zwischen Beat- und Hippie-Generation bezeichnet. Sanders selber verbreitete das Gerücht, dass ihn sein Vater als Baby mit dem Hammer erschlagen wollte. Angeblich wollte Sanders sich durch seine Aktionen an der "mörderischen Gesellschaft" rächen.

1961 sass er wegen einer Protestaktion gegen Atomkraft im Gefängnis und schrieb dort sein erstes grösseres Gedicht, Poem from jail. 1962 gründete er die Avantgarde-Zeitschrift Fuck you (A magazine of the arts). Er eröffnete den Peace Eye Bookstore an der East 10th Street in Manhattan, der ein Sammelpunkt für Underground-Künstler und Radikale wurde. Seine Kontakte zur Independentfilm-Szene brachten ihn in Verbindung zu Jonas Mekas und Andy Warhol, der ihn im August 1963 in seinem Experimentalfilm Kiss auftreten liess. 1964 erwarb Sanders einen Abschluss an der New York University.

Ende 1964 gründete er mit Tuli Kupferberg die Folk Rock-Gruppe Fugs: Sie sangen "Poesie, schrieben Lieder und machten viele Parties." Im Juli 1965 drehte Andy Warhol in seinem Studio, The Factory, den Film The Fugs and the Holy Modal Rounders. Die Gruppe löste sich 1969 auf, trat aber ab 1984 wieder auf. In Europa erschienen Erstveröffentlichungen von Sanders in der Zeitschrift Hotcha (1968-1971) von Urban Gwerder. 1971 veröffentlichte Sanders eine radikale, im "Beat-Stil" gehaltene Reportage über die Wüstenkommune des Satanisten Charles Manson und die von ihr begangenen "Ritualmorde". Sanders wollte die "Hippie Family" (Buchtitel) ursprünglich nur gegen Gerüchte und Verleumdungen verteidigen, stellte sich dann aber entsetzt den unliebsamen Wahrheiten dieses südkalifornischen Irrsinns. Zu seinen weiteren Werken gehört unter anderem das Buch Hymn to the Rebel Cafe.

Ende der 1990er Jahre stellte Sanders in der St. Mark's Church im East Village sein Projekt Amazing grace vor, bei dem viele Dichter und andere "Kreative" weitere Verse zum altbekannten Gospellied beitrugen. Im übrigen erfand er neue Musikinstrumente wie die "Sprechende Krawatte" (engl. talking tie), die "Mikrolyra" und die "Lisa Lyra" (mit lichtgesteuerten Schaltern und der Mona Lisa).

Ed Sanders lebt in Woodstock (New York, USA), wo er The Woodstock journal herausgibt, eine Gemeindezeitung zu Kunst und Poesie. Er ist mit der Autorin und Malerin Miriam R. Sanders verheiratet, die beiden wurden im Mai 2007 Eltern von Drillingen.